Anwalt Schnellsuche  

Das Insolvenzverfahren


1. Ziele


Grundsätzlich müssen Gläubiger ihre ausstehenden Forderungen beim Schuldner im Wege der Einzelvollstreckung einfordern. Hierbei werden staatliche Vollstreckungsorgane (z. B. Gerichtsvollzieher) beauftragt auf das Vermögen des Schuldners zuzugreifen um die Ansprüche zu befriedigen. Dabei gilt das Prioritätsprinzip, betreiben mehrere Gläubiger die Vollstreckung, kann sich derjenige zuerst bedienen, der zuerst kommt.


Diese Regelung führt jedoch dann nicht mehr zu gerechten Ergebnissen, wenn das Vermögen des Schuldners nicht mehr ausreicht um alle Gläubiger zu befriedigen.


Würde in solch einem Fall weiter die Einzelvollstreckung gelten würden einzelne Gläubiger voll befriedigt, während andere komplett leer ausgehen würden. Außerdem würde, wenn der Schuldner ein Unternehmen ist, dieses völlig zerschlagen werden.


Eine solche Regelung kann nicht zweckmäßig sein.

Unsere Rechtsordnung sieht deshalb für solche Fälle die Gesamtvollstreckung vor, hier soll unter Kontrolle einer staatlichen Instanz (Insolvenzgericht) eine gleichmäßige Befriedigung aller Gläubiger erreicht und eine völlig planlose Zerschlagung des Schuldnerunternehmens verhindert werden. Dieses Verfahren wird als Insolvenzverfahren bezeichnet und ist in der Insolvenzordnung geregelt.

 

Somit lassen sich die Ziele des Insolvenzverfahrens nach §1 InsO wie folgt charakterisieren.
Die Gläubiger eines insolventen Schuldners sollen gemeinschaftlich durch die Verwertung des Vermögens des Schuldners und die Verteilung des hieraus entstehenden Erlöses befriedigt werden.
Ist der Schuldner ein Unternehmen, soll dieses wenn möglich erhalten und saniert werden.

3. Verfahren - Berichtstermin
Der nächste wichtige Termin im Insolvenzverfahren ist der im Eröffnungsbeschluss festgesetzte Berichtstermin. Zunächst berichtet der Insolvenzverwalter über den Zustand des Unternehmens und gibt ... ›› mehr
 
4. Verfahren - Prüfungstermin
Kommt es zu einer Liquidation so stellt der Prüfungstermin die nächste wichtige Marke im Insolvenzverfahren dar. Die Insolvenzgläubiger (§38 InsO), also Gläubiger die Ansprüche gegen die... ›› mehr
 
5. Verfahren - Erlösverteilung
Nach dem Prüfungstermin und der Verwertung des Vermögens des Schuldners erfolgt die Erlösverteilung. Da der Insolvenzverwalter nur Bargeld auskehren darf muss dafür das gesamte Vermögen verwertet... ›› mehr
 
6. Verfahren - Aufhebungsbeschluss
Nach der Verteilung des Vermögens ist das Insolvenzverfahren beendet und das Verfahren wird durch Beschluss aufgehoben und beendet. Der Schuldner erhält dann die freie Verfügung über sein Vermögen... ›› mehr
 
2. Verfahren - Antrag und Eröffnungsverfahren
Ausgangspunkt jedes Insolvenzverfahrens ist ein Antrag beim zuständigen Insolvenzgericht. Nach §13 InsO wird das Insolvenzverfahren nicht von Amts wegen, sondern nur auf Antrag eröffnet.... ›› mehr