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Bankrecht Kapitalanlagerecht Kapitalmarktrecht


Wie viele Rechtsgebiete kommt das Kapitalanlagerecht immer dann zum Tragen, wenn mit der ursprünglich ach so erfolgreichen Kapitalanlage etwas schief läuft. Meist wird der Anleger erst dann auf die bestehenden Probleme aufmerksam, wenn die zugesagten Ausschüttungen plötzlich ausbleiben, sich der geschlossene Fond einem Totalverlust nähert oder die Gesellschaft selbst insolvent wird. Aufgrund der Eigenarten der Beteiligungen kann in diesem Zeitpunkt häufig nur noch Schadensbegrenzung betrieben werden.

Die Anleger, die häufig beim Vertragsschluss geblendet sind von den wortreichen Versprechungen der Anlagerberater, wie renditestark und sicher doch die Anlage ist, müssen ihre Beteiligungen frühzeitig überprüfen und kritisch hinterfragen. Droht erst einmal die Insolvenz der Gesellschaft selbst, ist für den Kapitalanleger nicht nur das angelegt Geld in Gefahr. Oftmals sind sich die Anleger gar nicht darüber bewusst, dass sie zum Teil auch mit ihrem gesamten Privatvermögen haften; bei so genannten Raten-Spar-Verträgen jedoch zumeist mindestens mit der gesamten Zeichnungssumme.

Rein rechtlich betrachtet beschäftigt sich ein Rechtsanwalt im Kapitalanlagerecht mit allen Arten von Verträgen zu Kapitalanlagen wie atypisch stillen Gesellschaftsbeteiligungen, typisch stillen Gesellschaftsbeteiligungen, geschlossenen Immobilienfonds, offene Immobilien Fonds, Grundstücks GbR (Immobiliengesellschaften bürgerlichen Rechts), Fondbeteiligungen wie etwa Schiff-Fonds, Windkraft-Fonds, Bauherren-Modelle, Erwerber-Modelle, Beteiligungen an Sparfonds, Fonds und Beteiligungen an Wohnungseigentum usw.

 

Hauptansatzpunkte sind:

  • eine fehlerhafte (unvollständige) Beratung beim Vertragsschluss
  • Prospekte mit Risikohinweisen werden nicht oder nicht rechtzeitig übergeben oder von Anlageberater herunter gespielt
  • die Prospekte selbst sind fehlerhaft gestaltet und informieren unvollständig
  • das Haustürwiderrufgesetz
  • kann die fehlerhafte Beratung der Gesellschaft selbst oder gar dem finanzierenden Kreditinstitut entgegen gehalten werden
Die Grundgefahr für die Anleger bei solchen Beteiligungen liegt in einer schlechten Beratung. Wer von einem Anlageberater nur in rosarot die exzellenten Erfolgschancen ausgemalt bekommt, vergisst leicht den Blick auf die Risiken. Leider kommt es auch immer wieder vor, dass der Anlagerberater selbst kein Wort über die klassischen Risiken von Totalverlust des angelegten Kapitals, Nachschusspflicht und Nachhaftung verlauten lässt. Und die versprochenen Steuervorteile können sich zum Teil aufgrund der eigenen, persönlichen Steuerlast gar nicht verwirklichen.

Ein seriöser Berater klärt hingegen den Anlageinteressent vollständig und wahrheitsgemäß über die Risiken und Chancen der Anlage auf. Dann ist an solch einer hoch risikoreichen Anlage auch überhaupt nichts Schlechtes dran, denn wer ordentlich und vollständig aufgeklärt worden ist, muss und soll auch die Konsequenzen tragen. Es gilt zumeist immer noch die alte Grundweisheit: je sicherer eine Kapitalanlage ist, desto konservativer wird (meist) durch die Gesellschaft investiert und umso geringer fällt auch die Rendite aus (im Vergleich zu anderen Anlageformen). Wer jedoch zweistellige Gewinne haben will, muss also auch ein höheres Risiko eingehen.


einige der bekanntesten Anlagegesellschaften und Vermittler:

  • Europlan
  • Falk-Fonds
  • Frankonia Sachwert AG,  Frankonia Wert AG. Sachwert AG (Deleton AG)
  • Futura Finanz AG
  • Göttinger Gruppe Vermögens- und Finanzholding KGaA, Securenta Göttinger Immobilienanlagen- und Vermögensmanagement AG, Securenta AG
  • Langenbahn AG
  • Phoenix Kapitaldienst
  • Röder & Partner
  • SW Finanz
  • Südwest Finanzvermittlung AG, Südwestfinanzvermittlungs AG, Südwestrenta 

 


 

Ihr Ansprechpartner für Fragen zum Kapitalanlagerecht, Bankrecht und Kapitalmarktrecht:

Rechtsanwalt Boris Mattes

Rechtsanwalt Boris Mattes

 

Rommelspacher Glaser Prüß Mattes

Fachanwälte | Steuerberater
Sitz: Eywiesenstraße 6, D-88212 Ravensburg
Tel. +49 / 751 / 36331-0 | Fax: +49 / 751 / 36331-33
E-Mail: info@rofast.de | Homepage: Rechtsanwalt Ravensburg

 


aktuelle Information - neue Fachanwaltsbezeichnung

 

Der Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht: 

 

Die Satzungsversammlung der Bundesrechtsanwaltskammer hat am 11. Juni 2007 in ihrer Sitzung die nunmehr 19. Fachanwaltschaft beschlossen. Künftig wird es damit auch einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht geben.

 

Für den Erwerb eines Fachanwaltstitels müssen - wie bereits bei den anderen Fachanwaltstiteln - Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte besondere praktische und theoretische Kenntnisse nachweisen. Fachanwälte müssen sich zudem jährlich auf diesen Rechtsgebieten fortbilden.

 

Noch sind die Beschlüsse der Satzungsversammlung noch nicht wirksam, sondern bedürfen der Zustimmung des Bundesjustizministeriums. Mit den ersten Fachanwälten im Banken- und Kapitalmarktrecht ist deshalb ab etwas Ende 2007 zu rechnen. Die ersten Fachanwaltslehrgänge werden aber bereits angeboten. So wollen etwa "Seminare im Schloss" das "Deutsches Anwaltsinstitut" und "Fachseminare von Fürstenberg" noch 2007 mit dem Lehrgang beginnen.

 

Geplant sind folgende Änderungen der Fachanwaltsordnung:

 

§ 1 Zugelassene Fachanwaltsbezeichnungen

 

… das Urheber- und Medienrecht, das Informationstechnologierecht sowie das Bank- und Kapitalmarktrecht verliehen werden.

 

§ 5 Erwerb der besonderen praktischen Erfahrungens

 

Bank- und Kapitalmarktrecht: 60 Fälle, davon mindestens 30 rechtsförmliche Verfahren. Die Fälle müssen sich auf die in § 14l Nr.1 bis 9 bestimmten Bereiche beziehen, dabei aus drei Bereichen mindestens jeweils 5 Fälle.

 

§ 14l Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Bank- und Kapitalmarktrecht

 

Für das Fachgebiet Bank- und Kapitalmarktrecht sind besondere Kenntnisse nachzuweisen in den Bereichen:


1. Geschäftsverbindung zwischen Bank und Kunden, insbesondere
   a) Allgemeine Geschäftsbedingungen,
   b) Bankvertragsrecht,
   c) das Konto und dessen Sonderformen,


2. Kreditvertragsrecht und Kreditsicherung einschließlich Auslandsgeschäft


3. Zahlungsverkehr, insbesondere

   a) Überweisungs-, Lastschrift-, Wechsel- und Scheckverkehr,
   b) EC-Karte und Electronic-/Internet-Banking,
   c) Kreditkartengeschäft,


4. Wertpapierhandel, Depotgeschäft, Investmentgeschäft, Konsortial-/Emissionsgeschäft einschließlich Auslandsgeschäft,


5. Vermögensverwaltung, Vermögensverwahrung


6. Factoring/Leasing


7. Geldwäsche, Datenschutz, Bankentgelte,


8. Recht der Bankenaufsicht, Bankenrecht der europäischen Gemeinschaft und Kartellrecht,


9. steuerliche Bezüge zum Bank- und Kapitalmarktrecht,


10. Besonderheiten des Verfahrens- und Prozessrechts.


Quelle: Brak.de und eigene Recherche